Hochsensibilität – „Stell dich doch nicht immer so an!“

Angry boss yelling at his employee in office

Beginnen wir mit einem Witz: Treffen sich zwei Hochsensible, sagt der eine zum anderen: „Dir geht es gut, wie geht es mir?“ Diese kleine Begebenheit beschreibt recht amüsant die Situation eines hochsensiblen Menschen, denn häufig ist er so feinfühlig, dass er die Emotionen anderer Menschen besser und schneller erfasst, als jene, die diese Veranlagung nicht haben. 

Was an dieser Stelle zunächst nicht besonders problematisch klingt, stellt sich im Alltag der Betroffenen häufig anders da: Der klackernde Kugelschreiber der Kollegin bringt sie zur Raserei, das Baggern von der Baustelle hören sie dreimal lauter und die eigenen Gedanken tönen so massiv im Kopf, dass sie nicht mehr klar denken können. Hinzu kommt, dass hochsensible Menschen zusätzlich von ihren Mitmenschen zu spüren bekommen, dass sie sich mal nicht so anstellen sollen.

Was Hochsensibilität genau ist und welche Merkmale hinter dieser Disposition stecken, beschreiben wir im Folgenden.

Hochsensibilität – eine Definition

Einen Menschen bezeichnet man dann als hochsensibel, wenn sein Nervensystem so angelegt ist, dass er innere und äußere Reize wie durch einen Verstärker wahrnimmt. Es handelt sich um eine Veranlagung, die angeboren ist. Äußere Reize sind Geräusche, Gerüche, Geschmacksrichtungen oder das Empfinden auf der Haut. Unter inneren Reizen versteht man Gedanken, Gefühle, Erinnerungen oder Stimmungen, die den Betroffenen über Gebühr beschäftigen.

Hochsensible Menschen gab es bereits im Altertum. Es ist folglich kein neues Phänomen, fällt aber in der heutigen schnelllebigen Zeit besonders auf. Etwa 15 – 20 % der Bevölkerung sind davon betroffen, also im Prinzip jeder Fünfte. Das zeigt, dass in jeder Schulklasse, in jeder Familie und in jedem Büro hochsensible Menschen sitzen. 

Diese Menschen, deren Prozesse mit einer höheren sensorischen Verarbeitung ablaufen, wirken im Alltag häufig chaotisch oder konfus und werden aufgrund dessen gerne von ihren Mitmenschen ein wenig belächelt. An der Hochsensibilität selbst kann man nichts ändern, mit gewissen Mechanismen lässt sie sich jedoch regulieren. Der Alltag kostet die Menschen mehr Kraft und sie benötigen größere Phasen der Regeneration.

Merkmale der Hochsensibilität

Es lassen sich vier Merkmale benennen, an denen man diese Veranlagung eindeutig festmachen kann. Da ist zum einen die

Übererregbarkeit

Der Betroffene erlebt alles zu laut, zu grell, zu scharf und zu hart (auf der Haut). Während wir am Ende eines Tages aufgrund der gesamten Alltagshektik am Abend völlig erschöpft auf dem Sofa liegen und nicht mehr können, ist der hochsensible Mensch bereits nach dem Frühstück so weit. Das führt ihn geradewegs in die Überstimulation. D. h. er leidet dann unter dem Verlust seiner Kompetenzen, ist also nicht mehr in der Lage, seinen eigentlichen Aufgaben nachzugehen, weil er völlig überreizt ist. 

Merkmale höherer sensorischer Verarbeitungssensitivität

Der hochsensible Mensch erfährt, dass die aufgenommenen Reize viel länger in seinem Kopf nachhallen. Das liegt daran, dass seine Informationsverarbeitung viel gründlicher abläuft. Seine Überlegungen gehen im Gehirn einen viel komplizierterer Weg. Es fällt ihm eben nicht leicht, Dinge einfach abzuhaken oder auszublenden, wenn er noch nicht die Möglichkeit hatte, sie zu verarbeiten. Wer sich nun vorstellt, welches Ausmaß an Reizen jeder Mensch täglich auszuhalten hat, kann sich ausmalen, was das für den Betroffenen bedeutet.

Sensorische Empfindlichkeit der Sinne

Einen Menschen, der hochsensibel veranlagt ist, stört jeder Fussel auf der Haut. Geräusche, die für andere kaum wahrnehmbar sind, hört er sofort und der Magen-Darm-Trakt stöhnt auf,  wenn zu viel Nahrung auf den Verdauungsweg geschickt wird. Mit all seinen Sinnen reagiert er extrem empfindlich und kann sich der permanenten Überreizung nicht entziehen. 

Emotionale Intensität inklusive Empathie

Wie bereits angedeutet, betrifft das nicht nur die äußeren Reize, sondern auch all das was im Inneren des hochsensibel veranlagten Menschen vor sich geht. Eine Erinnerung an den gestrigen Tag, kann ihn heute so lange beschäftigen, bis es ihm gelingt, über diese Erinnerung hinwegzukommen oder sie zu verarbeiten, was ihn Zeit und Energie kostet. Bei einer Begegnung mit anderen haben diese Menschen direkt ein Gespür für das Gegenüber und bemerken, wie es ihm geht. Das betrifft nun nicht nur die negativen Gefühle, auch die positiven werden empathischer wahrgenommen. Diese Menschen sind verliebter, glücklicher und aufgeregter. Hinzukommt, dass ihr Verhalten in der Gesellschaft nicht völlig anerkannt ist und oft als planlos und fahrig wahrgenommen wird. 

Fazit

Liegen diese vier Merkmale bei einem Menschen vor, so kann man davon ausgehen, dass er hochsensibel veranlagt ist. Es wird ihm nichts anderes übrig bleiben, diese Disposition mit in die Organisation seines Alltags miteinzubeziehen. 

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Das bedeutet: Sie können sich wieder einfach, wie vor den Corona-Zeiten, eine Massage gönnen.
Manche freuen sich darauf, andere sind skeptisch. Aber wie sieht es im Wohlfühlzimmer genau aus?

Sie Ihrerseits müssen, wie bereits erwähnt, keine Maske mehr tragen, Sie müssen sich nicht testen und Ihr Impfzertifikat darf auf dem Schreibtisch liegen bleiben.

Ich meinerseits bleibe mit mir etwas strenger. Ich werde die Maske weiterhin tragen und mich zweimal die Woche testen.

Das mache ich so, weil ich möchte, dass Sie sich wohlfühlen. Die Entscheidung, wie Sie mit der Maske umgehen möchten, liegt bei Ihnen. Ich selbst, als Betreiber des Wohlfühlzimmers, möchte dabei für möglichst große Sicherheit sorgen, so dass Ansteckungen von dem Wohlfühlzimmer fernbleiben. Ich werde die Maske erst absetzen, wenn wir gut durch den Frühling gekommen sind.

Wenn Sie sich ohne Maske wohler fühlen, setzen Sie sie ruhig ab. Ich habe überhaupt kein Problem damit. Wenn Sie sie lieber tragen möchten, tragen Sie sie gerne.

Ich freue mich Sie bald wieder im Wohlfühlzimmer begrüßen zu dürfen.